Sonnenstrom aus dem Klärwerk
Mit zahlreichen Dachflächen und rund 1.500 Sonnenstunden pro Jahr hat Köln ein großes Potenzial für die Nutzung von Solarenergie. Auch die Kölner Klärwerke bieten jede Menge Möglichkeiten, Sonnenstrom zu erzeugen. Diese wollen die Stadtentwässerungsbetriebe Köln künftig noch besser nutzen.
Mit PV-Strom auf dem Weg zur Klimaneutralität
Immer mehr Unternehmen und Haushalte in Deutschland nutzen die Kraft der Sonne zur Energieerzeugung. 2024 speisten Photovoltaikanlagen rund 59,5 Millionen Megawattstunden Strom ins Netz ein. Damit waren sie laut Statistischem Bundesamt für ca. 13,8 Prozent der landesweiten Stromproduktion verantwortlich – ein neuer Rekord. Insgesamt stammten rund 59 Prozent des in Deutschland selbst erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Auch der Anteil am Stromverbrauch kann sich sehen lassen: Er lag bei 54,4 Prozent.
Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln sind da schon weiter: 2024 deckte der kommunale Versorger bereits 78 Prozent seines Strombedarfs aus eigener erneuerbarer Erzeugung. Betrachtet man allein die fünf Kölner Klärwerke, lag der Anteil sogar bei 87 Prozent. Und die 100 Prozent hat das Unternehmen für die Zukunft fest im Blick.
„Wir stellen uns den Herausforderungen, klimaschädliche Emissionen zu reduzieren und die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen zu steigern. Deshalb planen wir weitere Photovoltaikanlagen an unseren Standorten.“
Noch mehr Potenzial für Photovoltaik
Dafür setzen die Stadtentwässerungsbetriebe Köln auch auf Photovoltaik (PV). Schon seit etlichen Jahren liefern PV-Anlagen auf den meisten ihrer Klärwerke einen Teil der vor Ort benötigten Energie. Doch das Potenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft. Deshalb will der kommunale Dienstleister in Zukunft kräftig nachrüsten.
Welche Flächen eignen sich dafür? Und wie müssen neue Anlagen aussehen, um energetisch und wirtschaftlich sinnvoll zu sein? Antworten liefern eine Reihe von Machbarkeitsstudien, die das Ausbaupotenzial genauer untersucht haben. Sie zeigen, wie Photovoltaik die Eigenstromversorgung erhöht, die Energiekosten senkt und die Treibhausgasemissionen reduzieren kann.
Vom Großklärwerk zum Energiewerk
Besonders im Fokus der Untersuchungen stand zunächst das Großklärwerk Köln-Stammheim. Denn die Anlage, die das Schmutzwasser von 800.000 Bürgerinnen und Bürgern sowie eine große Menge industrieller Abwässer aufbereitet, hat aufgrund ihrer Dimension einen sehr hohen Strombedarf. Aktuell gibt es an dem Standort neun Dach-Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 760 Kilowatt Peak. Die Analysen offenbaren: Es besteht Potenzial für ca. 2.000 weitere Kilowatt Peak. Dieses Potenzial werden die Stadtentwässerungsbetriebe im Laufe der kommenden Monate und Jahre sukzessive ausschöpfen. Geplant sind weitere Dachanlagen und eine Freiflächenanlage.
Damit wird das Klärwerk künftig zum Energiewerk. Es wird dann nicht mehr nur Photovolaikstrom für den eigenen Verbrauch liefern, sondern zeitweise sogar Überschüsse produzieren, die ins öffentliche Netz fließen. Noch mehr grüner Strom für die Kölnerinnen und Kölner also!
Solarstrom von Gebäuden und Freiflächen
Auch bei den Klärwerken in Langel, Weiden und Rodenkirchen gibt es bereits Photovoltaik auf den Dächern. Auch hier ist Platz für weitere neue Photovoltaikanlagen, wie die Potenzialanalysen dokumentieren. Klar, dass die Stadtentwässerungsbetriebe Köln dieses Potenzial ebenfalls in Zukunft nutzen wollen.
Nachhaltige und wirtschaftliche Perspektiven
Mit dem laufenden und künftigen Zubau von Photovoltaikanlagen leisten die Stadtentwässerungsbetriebe Köln einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Aufstellung des eigenen Betriebs und der Stadt Köln. Auch wirtschaftliche Gesichtspunkte spielen eine wichtige Rolle. Der Nutzen von Photovoltaikanlagen wird dabei perspektivisch weiter steigen. Ein Grund dafür ist, dass der erzeugte Solarstrom auch zwischengespeichert werden soll. Auf diese Weise können die Betriebsstellen der StEB Köln wirtschaftlicher mit eigener grüner Energie versorgt werden – und noch mehr Sonnenstrom kann ins Netz des örtlichen Energieversorgers eingespeist und vermarktet werden. Sonnige Aussichten!
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