Hochwasserschutzbauwerke
Der Hochwasserschutz in Köln basiert auf einem ganzheitlichen Schutzkonzept. Es kombiniert bauliche Schutzanlagen, vorbeugende Maßnahmen und ein leistungsfähiges Hochwassermanagement, um Menschen, Infrastruktur und Umwelt bestmöglich vor den Folgen von Rheinhochwasser zu schützen.
Hochwasserschutzbauwerke – zentrale Bausteine des Hochwasserschutzes in Köln
Hochwasserschutzbauwerke sind ein zentraler Baustein des Hochwasserschutzkonzeptes. Dazu zählen feste und mobile Hochwasserschutzwände, Tore und Deiche sowie unterirdische Schutzanlagen im Kanalnetz.
Feste Schutzbauwerke sind das Hubtor in Köln-Rodenkirchen oder die Hochwasserschutzwände entlang des Rheins, zum Beispiel am Kennedy-Ufer, im Rheingarten der Altstadt und auf dem Marktplatz in Porz-Zündorf, die auch mit mobilen Elementen erhöht werden können. Solche mobilen Hochwasserschutzwände spielen eine wichtige Rolle: Sie ermöglichen einen wirksamen Schutz auch dort, wo aus städtebaulichen Gründen keine festen Hochwasserschutzwände errichtet werden konnten, beispielsweise in der Kölner Altstadt, wo die Sichtbeziehung zum Rhein aufrechterhalten werden sollte.
Die festen und mobilen Bauwerke greifen in Abhängigkeit vom Rheinwasserstand gestaffelt ineinander. So wird das Hubtor in Kölns Rodenkirchen bei 6.80 m Kölner Pegel geschlossen. Steigt der Rhein auf 8,60 m Kölner Pegel sind erste Zugänge in der Hochwasserschutzmauer mit mobilen Elementen in der Kölner Altstadt (Rheingarten) geschlossen. Bei einem Wasseranstieg um weitere 20 Zentimeter (8,80 m Kölner Pegel), muss die mobile Hochwasserschutzwand auf dem Marktplatz in Porz Zündorf aufgebaut worden sein. Bei einem Wasserstand von 10,00 m Kölner Pegel sind die Tore der festen Hochwasserschutzwand des Kennedy-Ufers auf Höhe des Rheinboulevards im rechtsrheinischen Köln-Deutz geschlossen.
Retentionsräume als Sicherheitsreserve
Neben dem Schutz durch Wände und Deiche setzt Köln auf Retentionsräume. Diese Flächen, die bei Hochwasser gezielt geflutet werden, können Wasser des Rheins zwischenspeichern. Sie nehmen große Wassermengen auf und senken oder verzögern Hochwasserspitzen. Damit schützen sie nicht nur das Kölner Stadtgebiet, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum überregionalen Hochwasserschutz entlang des Rheins.
Ein Beispiel ist der gesteuerte Retentionsraum Köln-Porz-Langel / Niederkassel-Lülsdorf, der 2009 in Betrieb genommen wurde. Auf einer Fläche von rund 160 Hektar können dort bis zu fünf Millionen Kubikmeter Rheinwasser zwischengespeichert werden. Das entspricht etwa 2.000 olympischen Schwimmbecken oder einer Fläche von rund 210 Fußballfeldern.
Die StEB Köln planen und bauen gerade einen weiteren Retentionsraum neben der Ortslage Köln-Worringen.
Bei extremen Hochwasserereignissen können Retentionsräume wertvolle Zeit für Rettungs- und Evakuierungsmaßnahmen gewinnen oder, je nach Verlauf der Hochwasserwelle, eine offene Überflutung verzögern oder sogar verhindern.
Als letzte steuerbare Handlungsoption ergänzen sie die technischen Schutzanlagen und erhöhen die Sicherheit, insbesondere in stark gefährdeten Stadtbereichen wie dem Kölner Norden.