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Kölner Pegel

Klärwerk Köln-Langel

Klärwerk Abwasser

Das Klärwerk Köln-Langel im Kölner Norden spielt eine zentrale Rolle für die Abwasserreinigung zahlreicher Stadtteile. Mit moderner Technik leisten wir nicht nur Daseinsvorsorge, sondern erzeugen auch eigene Energie.

Mit einer Auslegung von 130.000 Einwohnerwerten ist das Klärwerk Langel das zweitgrößte Klärwerk Kölns. Es befindet sich im Stadtteil Langel, unweit des Rheins. Das Einzugsgebiet umfasst die Stadtteile Worringen, Roggendorf/Thenhoven, Esch, Pesch, Chorweiler, Seeberg, Fühlingen, Merkenich, Rheinkassel, Feldkassel und Langel. 

Wir reinigen hier das Abwasser von rund 70.000 Einwohner*innen. Hinzu kommen industrielle und gewerbliche Abwässer, die eine zusätzliche Belastung von etwa 25.000 Einwohnergleichwerten verursachen. 

Bei der Schlammbehandlung erzeugtes Faulgas nutzen wir in zwei Blockheizkraftwerken für unsere Energieversorgung. So decken wir etwa 90 % unseres Strombedarfs und 100 % unseres Wärmebedarfs – nachhaltig und effizient. Zusätzlich unterstützen Photovoltaikanlagen unsere Energieautarkie.

Wie wird das Abwasser im Klärwerk Köln-Langel gereinigt?

Vom Einlaufpumpwerk bis zur Nachklärung durchläuft das Abwasser mehrere Reinigungsstufen.

Einlaufpumpwerk: Das Abwasser wird über zwei Sammelkanäle dem Klärwerk zugeleitet. Schneckenpumpen heben es um vier bis sechs Meter auf das notwendige Geländeniveau an.

Mechanische Vorreinigung: In der Rechenanlage entfernen wir Grobstoffe wie Papier, Holz, Gemüsereste und Textilien. Anschließend gelangt das Abwasser in den Sandfang, wo Sandpartikel absinken und an der Oberfläche aufschwemmendes Fett abgeschieden wird. In den anschließenden Vorklärbecken beruhigt sich das Wasser weiter, sodass sich feine Sinkstoffe am Boden absetzen. Diese gelangen durch Räumsysteme in einen Schlammtrichter und werden dort über Pumpen des Primärschlammpumpwerkes abgeführt.

Zwischenpumpwerk: Das vorgereinigte Abwasser wird um weitere 3,5 Meter angehoben, um die biologische Reinigungsstufe zu erreichen.

Biologische Reinigung – Belebungsstufe: Die Belebungsstufe ist als Kaskadendenitrifikation mit zwei Kaskaden ausgebildet. Das erste Becken der Kaskade 1 ist unbelüftet und wird zur Denitrifikation oder wahlweise zur biologischen Phosphorelimination eingesetzt. Das zweite Becken der ersten Kaskade sowie die zweite Kaskade werden anschließend in Zonen unbelüftet (Denitrifikation) und belüftet über Druckluft (Nitrifikation) betrieben. Hierbei werden durch Mikroorganismen neben Kohlenstoff die Parameter Stickstoff und Phosphor abgebaut. Um die biologischen Teilprozesse zu verbessern, kann über eine Kohlenstofflager- und Dosierstation externes Substrat zugegeben werden.

Nachklärung: In den Nachklärbecken trennt sich der Belebtschlamm vom Wasser. Infolge geringer Fließgeschwindigkeit setzt er sich auf der Beckensohle ab und wird, da er erneut Reinigungsarbeit leisten soll, wieder in das Belebungsbecken zurückgeführt. Da die Biomasse unaufhörlich anwächst, muss ein Teil kontinuierlich als Überschlussschlamm (Sekundärschlamm) aus dem System entfernt werden.

Filteranlage: Ergänzend zur Nachklärung ist eine Flockungsfiltrationsanlage vorhanden. Hier erfolgt neben einer Restnitrifikation und der Entfernung von Schwebstoffen die nahezu vollständige Beseitigung von Phosphatverbindungen durch die Zugabe von Metallsalzen (Fällung und Flockung). Aufgrund der bereits sehr guten Ablaufqualität in der Nachklärung, befindet sich die Filteranlage derzeit im Stand-by-Betrieb.

Schlammbehandlung: Der abgeschiedene Primär- und Sekundärschlamm wird vorgedickt und den Faulbehältern zugeführt. Hier werden bei 36 °C und unter Luftabschluss energiereiche organische Substanzen abgebaut. Dabei entsteht Faulgas, das zu etwa 65 % aus Methan besteht.

Schlammentwässerung: Der ausgefaulte Schlamm wird entwässert und erreicht dabei einen Trockensubstanzgehalt von ca. 27 %. Anschließend wird er in Containern gesammelt, abtransportiert und thermisch (Verbrennung) verwertet. Die Einhaltung der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Grenzwerte (insbesondere die Schwermetallkonzentrationen entsprechend der Klärschlammverordnung) wird durch aufwändige chemische Analysen überwacht.

Energienutzung: Das bei der Schlammbehandlung entstandene Faulgas wird als Brennstoff zur Beheizung der Faulbehälter und der Klärwerksgebäude sowie zur Stromerzeugung in zwei Blockheizkraftwerken eingesetzt. Dadurch deckt das Klärwerk rund 90 % seines Strom- und 100 % seines Wärmebedarfs selbst.

Abluftreinigung: Geruchsintensive Anlagenbereiche sind gekapselt. Die entstehende Abluft wird abgesaugt und über moderne Fotoionisationsanlagen gereinigt, um Geruchsemissionen auf ein Minimum zu reduzieren.

Wie hat sich das Klärwerk Köln-Langel entwickelt?

Köln-Langel wurde 1968 als fünftes und letztes Klärwerk der Stadt gebaut und komplettierte damit den Ausbau des Kanalnetzes im linksrheinischen Norden. Mit der kommunalen Neugliederung 1975 wurde die Abwasserreinigung der umliegenden Gemeinden hier zusammengefasst.

Ursprünglich nur mit einer mechanischen Reinigung ausgestattet, wurde in der Anlage 1983 eine biologische Stufe eingerichtet. Diese wurde 1992 erweitert und mit einer Filteranlage zur Nährstoffelimination ergänzt. Damit erfüllt das Klärwerk seitdem die verschärften gesetzlichen Anforderungen an die Abwasserreinigung.

Wegen neuer Wohn- und Gewerbegebiete sowie strengerer Stickstoffvorgaben wurde das Klärwerk für die künftige Belastung neu bemessen und ab 2006 ausgebaut. Von 2012 bis 2016 erfolgte eine umfassende Modernisierung der elektro- und maschinentechnischen Ausrüstung – mit einer Gesamtinvestition von 14,3 Millionen Euro.

Technische Daten zum Klärwerk Köln-Langel

Bemessungsdaten
Ausbaugröße130.000 Einwohnerwerte (EW)
Regenwetterzufluss695 Liter pro Sekunde
(zuzüglich 98 Liter pro Sekunde interne Abwässer)
Trockenwetterzufluss405 Liter pro Sekunde

Stand: August 2021


Im Kläranlagenablauf einzuhaltende Grenzwerte
CSB (Chemische Sauerstoffbedarf)75 Milligramm pro Liter
Ammonium10 Milligramm pro Liter
Stickstoff13 Milligramm pro Liter
Phosphor1 Milligramm pro Liter
pH-Wert6-8,5

Stand: August 2021

Wie komme ich zum Klärwerk Köln-Langel?

Adresse:
Alte Römerstraße 171–173
50769 Köln

Postanschrift:
StEB Köln, Ostmerheimer Straße 555, 51109 Köln

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