Sanierung des Volksgartenweihers
Grundlegende Erneuerung
Nach rund 130 Jahren haben die StEB Köln den Volksgartenweiher grundlegend saniert. Das historische Gewässer erhielt eine neue, wasserdichte Sohle und wurde zusätzlich vertieft. Dadurch haben sich die Wasserqualität und das ökologische Gleichgewicht des Weihers deutlich verbessert. Bei der Sanierung wurde darauf geachtet, dass das Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Weihers vollständig erhalten bleibt.
Warum musste der Volksgartenweiher saniert werden?
Der Volksgartenweiher wurde in den 1880er Jahren mit einer Tonsohle angelegt, die im Lauf der Zeit immer undichter wurde. Um den Wasserstand zu halten, musste immer mehr Grundwasser nachgespeist werden. Darüber hinaus hatte der Weiher eine durchschnittliche Wassertiefe von nur einem Meter. Dies führte im Sommer zu einer starken Erwärmung des Gewässers, was das Algenwachstum begünstigte, die Wasserqualität verschlechterte und das ökologische Gleichgewicht des Weihers störte.
Eine Reparatur der über 130 Jahre alten Weihersohle war nicht sinnvoll. Um die Wasserqualität nachhaltig zu verbessern, musste der Volksgartenweiher komplett neu abgedichtet und vertieft werden. Die vertieften Bereiche sorgen für kühleres Wasser, einen höheren Sauerstoffgehalt und schaffen außerdem Lebensraum für Raubfische wie den Hecht, sodass intakte Nahrungsketten entstehen können.
So lief die Sanierung ab
Die Vorbereitungen
Der Volksgartenweiher ist Lebensraum für viele schützenswerte Tiere und Pflanzen. Arten- und Landschaftsschutz standen deshalb bei der Sanierungsplanung im Vordergrund. Als erste Maßnahme wurde ein Amphibienersatzgewässer angelegt, in das Frösche, Kröten und Insekten dorthin während der Bauarbeiten umgesiedelt werden konnten. Für die Bauarbeiten mussten an einigen Stellen Gehölze und Röhricht zurückgeschnitten werden. Der Rückschnitt erfolgte außerhalb der Vogelbrutzeit, zwischen Dezember und Februar.
Entschlammung, Entleerung, Vertiefung
Das Weiherbecken wurde außerhalb der Brut- und Laichzeiten von Wasservögeln und Amphibien entleert. Während das Wasser abgelassen wurde, siedelten Fischereisachverständige die im Weiher lebenden Fische – darunter Karpfen, Nasen und Giebel – in Ersatzgewässer um.
Mithilfe einer schwimmenden Arbeitsplattform wurde der Schlamm abgesaugt, gereinigt und über die Kanalisation abgeleitet. Die hierbei abgeschiedenen Stoffe wurden fachgerecht entsorgt.
Im Juli 2023 führte der Fund einer 250 kg schweren Fliegerbombe zu Verzögerungen bei den Bauarbeiten: Das Gebiet wurde als Kampfmittelverdachtsfläche eingestuft. Die geplanten Tiefbauarbeiten konnten daher erst nach abschnittsweiser Freigabe durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst beginnen. Starke Regenfälle im August erschwerten die Such- und Räumarbeiten, da der schlammige Weiherboden zeitweise nicht mit dem Bagger befahrbar war.
Insgesamt wurden bei der Vertiefung rund 16.000 Kubikmeter Boden ausgebaggert und abtransportiert. Während die alte Weihersohle eine relativ konstante Tiefe von 1 bis 1,4 Metern hatte, weist das neue Beckenprofil Flach- und Tiefwasserzonen auf. Die tieferen Bereiche in der Weihermitte sorgen dafür, dass sich der Weiher im Sommer weniger stark aufheizt und einen abwechslungsreichen Lebensraum für Fische und Wasserpflanzen bieten. In den flacheren Uferzonen wurden keine Baggerarbeiten durchgeführt, um das Wurzelwerk der Bäume nicht zu beschädigen. Schließlich wurden noch sogenannte „Räumzonen“ angelegt, in denen sich auf natürliche Weise Sedimente sammeln, die bei der Pflege des Weihers leicht entfernt werden können.
Aufbau der neuen Weihersohle
Nach Fertigstellung des neuen Geländeprofils wurde die Weihersohle neu aufgebaut: Sie besteht aus verschweißten Kunststoffdichtungsbahnen, die besonders langlebig und unempfindlich gegen Durchwurzelung und mechanische Beschädigung sind. Damit ist die Dichtigkeit der Weihersohle für lange Zeit gewährleistet.
Befüllung und Wiederansiedlung von Flora und Fauna
Ab September 2024 wurde der Weiher über mehrere Wochen hinweg wieder befüllt. Im Frühjahr 2025 legten Taucher*innen den ersten Teil der Unterwasservegetation an. Ziel der Wiederansiedlung von Flora und Fauna ist der Aufbau natürlicher Nahrungsketten. Diese sorgen dafür, dass der Weiher ökologisch im Gleichgewicht bleibt.
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