Sanierung des Klettenbergparkweihers
Nach fast 120 Jahren wird der Klettenbergparkweiher grundlegend saniert. Er erhält eine neue, dichte Sohle und wird zusätzlich vertieft. Dadurch werden sich die Wasserqualität und das ökologische Gleichgewicht im Weiher deutlich verbessern. Das Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Weihers bleibt vollständig erhalten.
Warum muss der Klettenbergparkweiher saniert werden?
Undichte Weihersohle
Der Klettenbergparkweiher wurde zwischen 1905 und 1907 mit einer Sohle aus Ton gebaut. Diese wurde im Lauf der Zeit immer undichter, sodass immer mehr Grundwasser nachgespeist werden musste, um den Wasserstand zu halten.
Flaches Wasser und hohe Temperaturen
Der Weiher ist durchschnittlich nur 0,5 Meter tief, an der tiefsten Stelle 0,8 Meter. Diese geringe Tiefe hat zur Folge, dass sich das Wasser im Sommer stark erwärmt. Die hohen Temperaturen fördern das Algenwachstum, verschlechtern die Wasserqualität und stören das ökologische Gleichgewicht im Weiher. Durch die Sanierung wird sich der Betriebs- und Wartungsaufwand erheblich reduzieren.
Nachhaltige Verbesserung
Eine einfache Reparatur der undichten Sohle, die schon über 120 Jahre alt ist, ist nicht mehr sinnvoll. Zudem können wir durch eine zusätzliche Vertiefung die Wasserqualität des Weihers und das ökologische Gleichgewicht nachhaltig verbessern: Die tieferen Bereiche sorgen für eine niedrigere Wassertemperatur, einen höheren Sauerstoffgehalt und somit für mehr Artenvielfalt. Vertiefte Bereiche bieten einen Lebensraum für Raubfische wie Hechte, wodurch im Weiher intakte Nahrungsketten entstehen können.
Wie läuft die Sanierung des Klettenbergparkweihers ab?
Vorbereitende Maßnahmen
Der Klettenbergparkweiher ist Lebensraum für eine Vielzahl schützenswerter Tiere und Pflanzen. Deshalb standen bei der Planung Belange des Artenschutzes und des Landschaftsschutzes im Vordergrund. So wird in einem ersten Schritt ein Amphibienersatzgewässer angelegt, damit Frösche, Kröten und Insekten dort während der Bauarbeiten einen Lebensraum finden. Gehölze und Röhricht werden an einigen Stellen zurückgeschnitten, um den Zugang für die Bauarbeiten zu ermöglichen. Dies geschieht außerhalb der Brutzeit der Vögel, zwischen Dezember und Februar.
Entschlammen und entleeren
Das Weiherbecken wird außerhalb der Brut- und Laichzeiten von Wasservögeln und Amphibien entleert und entschlammt. Der Schlamm wird mit einer schwimmenden Arbeitsplattform abgesaugt, gereinigt und über die Kanalisation abgeleitet. Die fachgerechte Entsorgung gewährleistet den Schutz der Umwelt. Die Fische werden von speziell ausgebildeten Sachverständigen in Ersatzgewässer umgesetzt.
Den Weiher vertiefen
Die eigentlichen Bauarbeiten beginnen im März 2025. Mit Baggern wird der Weiher vertieft und das neue Beckenprofil hergestellt. Insgesamt werden dabei rund 6.000 Kubikmeter alte Tonsohle und Erdreich ausgebaggert und abtransportiert.
Während die alte Weihersohle eine relativ konstante Tiefe von 0,5 bis 0,8 Metern aufweist, entstehen nun Flach- und Tiefwasserzonen. Die maximale Weihertiefe in den Tiefwasserzonen beträgt dann 2,5 Meter. Diese Tiefwasserzonen senken die Wassertemperatur und schaffen vielfältige Lebensräume für Fische und Pflanzen. Die Tiefwasserzonen werden bewusst nur in der Weihermitte angelegt. Um das Wurzelwerk der Bäume nicht zu beschädigen, wird in den Flachwasserzonen im Uferbereich nicht gebaggert.
Die neue Weihersohle aufbauen
Die neue Weihersohle wird aus verschweißten Kunststoffdichtungsbahnen gefertigt, die besonders langlebig und unempfindlich gegen Durchwurzelung und mechanische Beschädigung sind. Darüber wird eine ca. 20 cm starke Sandschicht aufgetragen, die zusätzlichen Schutz bietet. Die neue Weihersohle aufbauen.
Die neue Weihersohle wird aus verschweißten Kunststoffdichtungsbahnen gefertigt, die besonders langlebig und unempfindlich gegen Durchwurzelung und mechanische Beschädigung sind. Darüber wird eine ca. 20 cm starke Sandschicht aufgetragen, die zusätzlichen Schutz bietet.
Mit Wasser befüllen, Flora und Fauna ansiedeln
Nach Abschluss der Bauarbeiten wird der Weiher mit Wasser gefüllt. Taucher*innen legen die Unterwasservegetation an. Diese Arbeiten am Weiher sollen bis Mitte 2026 abgeschlossen sein. Wenn schließlich wieder ausreichend Nahrung vorhanden ist, können Fische in den Weiher eingesetzt werden. Dabei wird auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fried- und Raubfischen geachtet. Ziel der Wiederansiedlung von Flora und Fauna ist der Aufbau von natürlichen Nahrungsketten. Diese sorgen dafür, dass der Weiher ökologisch im Gleichgewicht bleibt.
Denkmalschutz bleibt erhalten
Das Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Weihers bleibt unverändert. Der Baumbestand bleibt erhalten und das Ufer behält seine natürliche Gestaltung mit unterschiedlichen Böschungsneigungen und Bepflanzungen. Der Wasserfall, die Wasserfontäne und die Uferlinie bleiben ebenfalls erhalten.
Welche Auswirkungen hat die Sanierung für Besucher*innen?
Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln haben die Baustelle so geplant, dass sich die Beeinträchtigungen so gering wie möglich halten. Der Baustellenverkehr verläuft von der Siebengebirgsallee ausgehend bis zur kleinen Plattform am Ufer. Dort befindet sich die eigentliche Baustelleneinrichtung und der Zugang zum Weiherbecken. Für die Parkbesucher*innen wird dieser Weg während der normalen Arbeitszeiten nicht nutzbar sein. Die anderen Wege bleiben (mit Ausnahme kurzzeitiger Arbeiten) weiterhin offen. An Wochenenden und Feiertagen werden in der Regel alle Wege für den Besucherverkehr offen sein.
Bereits erfolgreich saniert: der Volksgartenweiher
Die StEB Köln haben bereits den Volksgartenweiher grundlegend erneuert, ohne sein denkmalgeschütztes Erscheinungsbild zu verändern. Das über 130 Jahre alte Gewässer wurde vertieft und erhielt eine neue, dichte Sohle, was Wasserqualität und Ökologie deutlich verbessert.
Zur Sanierung des VolksgartenweihersAuch interessant für Sie
Weiher