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Kölner Pegel

Abwasserwärmepotenzialkarte

Millionen Kubikmeter Abwasser mit einer ganzjährigen Temperatur zwischen zehn und 20 Grad rauschen jährlich durch die Kölner Kanalisation. Ein Potenzial, das für eine klimafreundliche Wärmeversorgung genutzt werden könnte.

Abwasserwärme – ein Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität

Aber wo genau in Köln bietet das Kanalsystem gute Bedingungen, um dieses Potenzial auszuschöpfen? Dafür haben wir eine interaktive Abwasserwärmepotenzialkarte entwickelt, die einfach und anschaulich potenziell geeignete „Spots“ identifiziert.

Ein Mitarbeiter der StEB Köln steht in einem Abwasserkanal. Der Kanal ist dunkel, lediglich die Helmlampe des Mitarbeiters leuchtet.

Abwasserwärmepotenzial


sinnvoll für Köln nutzen!

Zur interaktiven Karte

Die Potenzialkarte zeigt einen Teil des unterirdischen Kölner Kanalnetzes und die parallelen Flächen entlang dieser Kanäle an, bei denen die Abwasserwärme genutzt werden könnte.
Es sind nur solche Kanäle dargestellt, die groß genug sind, damit dort ein Wärmetauscher eingebaut werden kann und in denen mindestens 15 l/s Abwasser fließt.

Die Karte richtet sich in erster Linie an die Wohnungsbauwirtschaft bzw. an Planer*innen von Wohnanlagen, Büro– oder gewerblich genutzten Gebäuden, öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Sportzentren, Hallenbäder oder Krankenhäuser und auch Neubaugebieten.

Ansprechperson

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Gregor Bergrath

Generalentwässerungsplanung

Wie funktioniert die Nutzung von Abwasser­wärme?

Schemazeichnung, die die Abwasserwärmenutzung veranschaulicht: Dargestellt werden ein Verbraucher (Haus), eine Heizzentrale, der Abwasserkanal mit dem Wärmetauscher und das Nahwärmenetz.
Schemazeichnung Abwasserwärmenutzung, Quelle: Berliner Energieagentur GmbH

Um sich Abwasserwärme nutzbar zu machen, muss das Abwasser über einen Wärmetauscher strömen. Im Wärmetauscher befindet sich Wasser, das einen Teil der Wärme aufnimmt. Dieses erwärmte Wasser gelangt durch Rohrleitungen zu einer Wärmepumpe. Dort reichen schon wenige Grad Temperaturunterschied und etwas zusätzlicher Strom, damit sich ein Kältemittel in einem physikalischen Prozess auf bis zu 65 °C aufheizt. Diese Hitze wird nun in den Heizkreislauf eines Gebäudes abgegeben.

Zwischen Wärmetauscher und Wärmepumpe werden zwei Rohrleitungen parallel verlegt. In einer Leitung strömt erwärmtes Wasser hin zur Wärmepumpe. Dort kühlt es sich ab und fließt in der anderen Leitung zurück zum Wärmetauscher. Hier beginnt der Kreislauf erneut.

Welche Varianten gibt es?

Häufig macht eine Kombination von Wärmepumpe und konventioneller Heizanlage oder Blockheizkraftwerk Sinn (bivalente Auslegung). Hier übernimmt die Wärmepumpe die Grundlast, und die Heizanlage wird in Zeiten großen Wärmebedarfs hinzu geschaltet. Damit alle Möglichkeiten – einschließlich Veränderungen in den Anlagen- und Energiepreisen – berücksichtigt werden ist eine standortbezogene Machbarkeitsstudie unverzichtbar.

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