Kölner Kronleuchtersaal – ein einzigartiges Bauwerk
Kronleuchter im Kanal? Köln ist wohl die einzige Stadt, die so etwas zu bieten hat. Und das ist nicht erst seit gestern so. Der Kronleuchtersaal in der Kölner Kanalisation am Theodor-Heuss-Ring ist ein echtes Highlight. Er liegt ganze sieben Meter unter der Erde und ist ein einzigartiges unterirdisches Bauwerk der Stadthistorie.
Auf den Spuren der Kölner Geschichte
Der Kronleuchtersaal wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der Stadterweiterung gebaut. Die Stadtmauer aus dem Mittelalter wurde 1881 abgerissen, um Platz für die Neustadt zu schaffen. Die brauchte eine moderne Infrastruktur. Unter der Leitung von Stadtbaurat Carl Steuernagel wurde ein fortschrittliches Kanalisationssystem entwickelt, das hauptsächlich vom Kronleuchtersaal, der 1890 fertiggestellt wurde, besteht. Dieser unterirdische Raum war so eine Art Vereinigungsbauwerk, wo verschiedene Abwassersammler zusammengeführt wurden. Zur Einweihung wurden zwei Kronleuchter und mehrere Wandleuchter installiert. Kein Wunder, dass der Raum "Kronleuchtersaal" genannt wird. Woher die Leuchter stammen, ist nicht ganz klar. Manche sagen, Kaiser Wilhelm II. hat sie der Stadt Köln geschenkt. Andere behaupten, die Stadt hat sie zu Ehren des Kaisers gestiftet.
Architektonische Besonderheiten
Der Saal ist mit seinen 3,80 Metern Breite und 4,60 Metern Höhe ein echtes Highlight der historischen Kanalisation. Das glasierte Ziegelmauerwerk ist bis heute größtenteils erhalten – obwohl es im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.
Seit 2004 steht der Kronleuchtersaal als Bodendenkmal (Nr. 464) unter Denkmalschutz.
Funktion im Abwassersystem
Der Kronleuchtersaal ist übrigens bis heute Teil der Kölner Kanalisation. Unser Vereinigungsbauwerk verbindet den nördlichen Ringstraßensammler, der das Abwasser aus dem Bereich der Kölner Ringe sammelt, mit dem Abfangsammler Cleverstraße.
Das Bauwerk ist auch heute noch wichtig, um das Abwasser in der Stadt abzuleiten.
Gut zu wissen!
Die StEB Köln bieten regelmäßig zwischen März und Oktober kostenlose, etwa halbstündige Führungen an, bei denen die Funktionsweise des Kanalsystems und die historische Bedeutung erläutert werden. Kinder ab Grundschulalter sind herzlich willkommen.
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