Zu "Kölns Klärwerke"
Kölner Pegel

Das Klärwerk Köln-Wahn

Abwasser Klärwerk

Im rechtsrheinischen Köln liegt in Wahn eines unserer fünf Klärwerke. Dabei handelt es sich um eine Anlage des Wasser- und Bodenverbandes Wahn und wird seit 2004 von den StEB Köln als Mitglied dieses Verbandes betrieben. Die Anlage sichert die Abwasserreinigung für mehrere Stadtteile im südlichen Köln – Langel, Zündorf, Urbach, Grengel, Elsdorf sowie Wahn, Wahnheide, Lind, Libur und die Ortsteile Spich und Oberlar der Stadt Troisdorf– und leistet damit einen wichtigen Beitrag für Gewässerschutz und Lebensqualität in der Region.

Was leistet das Klärwerk Köln-Wahn?

Das Klärwerk Wahn ist für rund 92.000 Einwohnerwerte ausgelegt. Neben kommunalem Abwasser nimmt die Anlage auch industrielles und gewerbliches Abwasser auf – darunter das Abwasser des Flughafens Köln/Bonn. Die Reinigungsleistung erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen und ermöglicht die sichere Einleitung des gereinigten Wassers über den Rheinkanal in den Rhein.

Wir reinigen hier das Abwasser von rund 65.000 Einwohner*innen. Hinzu kommen industrielle und gewerbliche Abwässer, die eine zusätzliche Belastung von etwa 15.000 Einwohnergleichwerten verursachen.

Bei der Schlammbehandlung erzeugtes Faulgas nutzen wir für unsere Energieversorgung. So decken wir etwa 70% unseres Strombedarfs und 100% unseres Wärmebedarfs – nachhaltig und effizient. 

Wie wird das Abwasser im Klärwerk Köln-Wahn gereinigt?

Vom Einlaufpumpwerk bis zur Nachklärung durchläuft das Abwasser mehrere Reinigungsstufen:

Einlaufpumpwerk: Das Abwasser gelangt über zwei Sammelkanäle in die Anlage. Im Einlaufpumpwerk wird es mithilfe von vier Schneckenpumpen auf das nötige Geländeniveau gehoben.

Mechanische Vorreinigung: In der Rechenanlage entfernen wir Grobstoffe wie Papier, Holz, Gemüsereste und Textilien. Im nachfolgenden belüfteten Sandfang wird eine zentrifugale Strömung erzeugt, die grob- und feinkörnige Stoffe abscheidet. 

Anschließend gelangt das Abwasser zu den rechteckigen Vorklärbecken, in denen die Fließgeschwindigkeit so weit verringert ist, dass sich im Gegensatz zum Sandfang auch die leichten Schwebstoffe auf dem Beckenboden absetzen können. Eventuell auftretender Schwimmschlamm, zum Beispiel Fett, kann in den Vorklärbecken ebenfalls abgeschieden werden.

Biologische Reinigung: Im Belebungsbecken werden durch die Zugabe von Luftsauerstoff und der intensiven Durchmischung optimale Lebensbedingungen für die Mikroorganismen geschaffen. Hier erfolgt in verschiedenen Beckenzonen und Verfahrensschritten (zum Teil mit und ohne Sauerstoffeintrag) der weitergehende Abbau der gelösten Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphatverbindungen. Durch Zugabe von Metallsalzen in die Biologie werden Phosphatverbindungen nahezu vollständig beseitigt (Fällung).

Das Belebungsverfahren der biologischen Reinigungsstufe kann als die Umsetzung der natürlichen in Gewässern ablaufenden Selbstreinigungsprozesse in ein technisches Konzept verstanden werden.

Nachklärung: In den Nachklärbecken trennt sich der Belebtschlamm vom Wasser. Infolge geringer Fließgeschwindigkeit setzt er sich auf der Beckensohle ab und wird, da er erneut Reinigungsarbeit leisten soll, wieder in das Belebungsbecken zurückgeführt. Da die Biomasse unaufhörlich anwächst, muss ein Teil kontinuierlich als Überschlussschlamm (Sekundärschlamm) aus dem System entfernt werden.

Schlammbehandlung: Der abgeschiedene Primär- und Sekundärschlamm wird vorgedickt und den Faulbehältern zugeführt. Hier werden bei 36 °C und unter Luftabschluss energiereiche organische Substanzen abgebaut. Als Abfallprodukt entsteht dabei Faulgas, ein Mix aus Methan und Kohlendioxid in einem Mischverhältnis von etwa drei zu zwei.

Schlammentwässerung: Der ausgefaulte Schlamm wird entwässert und erreicht dabei einen Trockensubstanzgehalt von ca. 30 %. Anschließend wird er in Containern gesammelt, abtransportiert und thermisch (Verbrennung) verwertet. Die Einhaltung der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Grenzwerte (insbesondere die Schwermetallkonzentrationen entsprechend der Klärschlammverordnung) wird durch aufwändige chemische Analysen überwacht.

Energienutzung: Das bei der Schlammfaulung entstehende Faulgas wird im Blockheizkraftwerk (BHKW) effizient genutzt: Es wird vor Ort in Strom und Wärme umgewandelt, die direkt im Klärwerk eingesetzt werden – etwa zur Beheizung der Faulbehälter und Betriebsgebäude. So spart das Klärwerk aktiv CO₂ und steigert seine Energieautarkie.

Klärschlammentsorgung mit Zukunft: Langfristig ist vorgesehen, den anfallenden Klärschlamm in einer zentralen Monoverbrennungsanlage zu entsorgen. Dabei soll auch das im Schlamm enthaltene Phosphor zurückgewonnen werden – ein wichtiger Schritt hin zur Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft.

Wie hat sich das Klärwerk Köln-Wahn entwickelt?

Die Kläranlage wurde 1957 vom Wasser- und Bodenverband Wahn errichtet – ursprünglich für 42.000 Einwohnerwerte ausgelegt. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Anlage kontinuierlich erweitert und modernisiert, um den steigenden Anforderungen an Umweltschutz und Abwasserreinigung gerecht zu werden.

Ein Meilenstein war der Ausbau zur vollbiologischen Kläranlage mit Schlammbehandlung in den Jahren 1976 bis 1981. Seit 1992 sorgt eine erweiterte biologische Reinigungsstufe mit nachgeschalteter Filteranlage für die vollständige Nährstoffelimination.

Seit 2004 betreiben die StEB Köln das Klärwerk im Verbund mit den übrigen Kölner Anlagen. 2019 kam eine innovative Deammonifikationsanlage hinzu – sie reduziert den Energieverbrauch deutlich und macht die Reinigung noch effizienter.

Technische Daten zum Klärwerk Köln-Wahn

Bemessungsdaten 
Ausbaugröße92.000 Einwohnerwerte (EW)
Behandelt Jahresabwassermengeca. 5,8 Millionen Kubikmeter pro Jahr
(58.000.000 Liter)

 
Trockenwetterzufluss240 Liter pro Sekunde (Einzugsgebiet A)
160 Liter pro Sekunde (Einzugsgebiet B)
Regenwetterzufluss800 Liter pro Sekunde
Klärschlamm für Entsorgung / Verwertung4.300 Tonnen pro Jahr
Erzeugte Klärgasmenge600.000 Kubikmeter pro Jahr
Stand: September 2020
Im Kläranlagenablauf einzuhaltende Grenzwerte 
CSB (Chemische Sauerstoffbedarf)60 Milligramm pro Liter
BSB (Biochemischer Sauerstoffbedarf)15 Milligramm pro Liter
Ammonium10 Milligramm pro Liter
Stickstoff18 Milligramm pro Liter
Phosphor1 Milligramm pro Liter
Adsorbierbare organisch gebundene Halogene100 Mikrogramm pro Liter

Wie komme ich zum Klärwerk Köln-Wahn?

Adresse:
Poststraße 250, 51147 Köln

Postanschrift:
StEB Köln, Ostmerheimer Straße 555, 51109 Köln

Kontakt:
Service-Telefon: 0221 221-26868
E-Mail: info@steb-koeln.de

E-Mail

Celine Biesenbach

Betriebsleitung