Hochwasserpumpwerk Schönhauser Straße: Kölns leuchtender Wasserstandsmelder
Am Kölner Rheinufer in Bayenthal steht ein technisches und architektonisches Highlight: das Hochwasserpumpwerk Schönhauser Straße. Seit 2008 schützt es das Stadtgebiet vor Überflutungen – und informiert mit seiner LED-Fassade zugleich sichtbar über den aktuellen Wasserstand des Rheins.
Funktion im Hochwasserschutz
Das Pumpwerk ist ein zentraler Baustein des Kölner Hochwasserschutzsystems und wird von den StEB Köln betrieben. Es wird automatisch aktiviert, sobald der Rhein einen Pegelstand von 7,00 Metern (Kölner Pegel) erreicht. Zu diesem Zeitpunkt schließen sich die Hochwasserschieber, um einen Rückstau in das Kanalnetz zu verhindern.
Das Pumpwerk übernimmt dann die Aufgabe, das im Kanalnetz aufgestaute Mischwasser mit einer Leistung von bis zu 3.500 Litern pro Sekunde sicher über die Schieber hinweg in den Rhein zu leiten. Gesteuert wird es aus der zentralen Abwasserzentrale. Damit schützt die Anlage zuverlässig große Teile des linksrheinischen Stadtgebiets – rund um die Uhr, bei jedem Wetter.
Ein visuelles Highlight bei Nacht: Je nach Rheinwasserstand wechselt die farbige Beleuchtung des Pumpwerks.
Visuelles Highlight: wechselnde Beleuchtung je nach Wasserstand des Rheins
Technische Ausstattung
- Typ: Hochwasserpumpanlage, Mischwasserpumpanlage
- Einzugsgebiet: Linksrheinischer Tiefsammler
- Gesamtförderleistung: 3.500 l/s
- Betrieb ab: 6,70 m Kölner Pegel (KP)
- Inbetriebnahme: 2008
- Investitionskosten: 5,9 Mio. €
- ÖPNV: KVB-Linien 16 und 17, Haltestelle Schönhauser Straße
Architektur & Standort
Das Pumpwerk gliedert sich in einen unterirdischen Tiefbauteil, in dem die Pumpen untergebracht sind, und einen oberirdischen Hochbau, der die Steuerungstechnik beherbergt.
Der Tiefbau verschwindet nahezu unsichtbar unter einer begrünten Erdwelle, die mit Basaltstein verkleidet ist – so fügt sich die Anlage harmonisch in die Uferlandschaft ein. Der sichtbare Hochbau ist ein schlichter, kubischer Baukörper mit einer transluzenten Metall-Gitterrost-Fassade. Diese erfüllt sowohl gestalterische als auch funktionale Zwecke: Sie schützt das Gebäude vor Vandalismus und kaschiert unregelmäßige Öffnungen in der Außenwand.
Lichtkonzept
Ein besonderes Highlight des Pumpwerks ist die LED-Lichtinstallation, die den aktuellen Wasserstand des Rheins visuell darstellt. Ab Einbruch der Dämmerung aktiviert ein Sensor die Beleuchtung, die je nach Wasserstand unterschiedliche Farben zeigt. Sie reicht von Blau bei Niedrigwasser bis Rot bei kritischem Hochwasserstand. So wird der Wasserstand des Rheins für Passant*innen auf einen Blick sichtbar – ein gestalterisches Element mit echtem Informationswert. Die Farbcodierung ist vor Ort am Bauwerk auch erläutert:
- ≤ 2,40 m KP: Gelb
- 2,40–3,00 m KP: Blau
- 3,00–3,50 m KP: Mint
- 3,50–4,00 m KP: Grün
- 4,00–5,00 m KP: Gelb-Orange
- 5,00–6,20 m KP: Orange
- ≥ 6,20 m KP: Rot
Bei besonderen Anlässen wie Silvester oder den „Kölner Lichtern“ werden spezielle Lichtszenarien programmiert.
Das Gebäude ist aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich zugänglich, kann jedoch von außen jederzeit gut betrachtet werden. Vor allem bei Dunkelheit ist das beleuchtete Pumpwerk ein beliebtes Fotomotiv – und ein sichtbares Symbol dafür, wie die StEB Köln moderne Technik, Hochwasserschutz und Stadtgestaltung wirkungsvoll miteinander verbinden.
Auch interessant für Sie
Kölns Pumpwerke
Es gibt drei verschiedenen Pumpwerk-Typen – mehr dazu hier.
Wasserstandsvorhersage