Hochwasserpumpwerk Schönhauser Straße: Kölns leuchtender Wasserstandsmelder
Am Kölner Rheinufer in Bayenthal verbindet das Hochwasserpumpwerk Schönhauser Straße seit 2007 zuverlässigen Hochwasserschutz mit außergewöhnlicher Architektur. Während es das Stadtgebiet bei steigenden Rheinpegeln schützt, macht eine LED-Lichtinstallation den aktuellen Wasserstand des Rheins bereits von Weitem sichtbar.
Funktion im Hochwasserschutz
Das Hochwasserpumpwerk Schönhauser Straße ist ein zentraler Bestandteil des Kölner Hochwasserschutzsystems : Erreicht der Kölner Pegel einen Wasserstand von 7,00 Metern, schließen sich automatisch die Hochwasserschieber. Dadurch wird verhindert, dass Rheinwasser in das Kanalnetz zurückströmt.
Ab diesem Zeitpunkt übernimmt das Pumpwerk die Entwässerung des angeschlossenen Kanalnetzes. Es fördert das anfallende Mischwasser mit einer Leistung von bis zu 3.500 Litern pro Sekunde sicher über die geschlossenen Hochwasserschieber hinweg in den Rhein. Die gesamte Anlage arbeitet automatisiert und wird rund um die Uhr aus der Abflusssteuerzentrale der StEB Köln überwacht und gesteuert. So schützt das Pumpwerk zuverlässig große Teile des linksrheinischen Stadtgebiets – rund um die Uhr und auch bei Hochwasser.
Visuelles Highlight: wechselnde Beleuchtung je nach Wasserstand des Rheins
Technische Ausstattung
- Typ: Hochwasserpumpwerk
- Einzugsgebiet: Linksrheinischer Tiefsammler
- Gesamtförderleistung: 3.500 l/s
- Betrieb ab: 7,00 m Kölner Pegel (KP)
- Inbetriebnahme: 2007
- Investitionskosten: 5,9 Mio. €
- ÖPNV: KVB-Linien 16 und 17, Haltestelle Schönhauser Straße
Architektur & Standort
Das Hochwasserpumpwerk Schönhauser Straße besteht aus einem unterirdischen Tiefbauteil mit den Pumpen und einem oberirdischen Hochbau, in dem die Steuerungs- und Elektrotechnik untergebracht ist.
Während der Tiefbau nahezu unsichtbar unter einer begrünten, mit Basaltstein verkleideten Erdwelle verschwindet und sich harmonisch in die Uferlandschaft einfügt, setzt der oberirdische Baukörper einen besonderen architektonischen Akzent. Seine lichtdurchlässige Metall-Gitterrost-Fassade vereint Gestaltung und Funktion: Sie schützt das Gebäude vor Vandalismus, verdeckt technische Öffnungen und bildet zugleich die Grundlage für die markante LED-Lichtinstallation, die den aktuellen Rheinpegel in unterschiedlichen Farben sichtbar macht.
Lichtkonzept
Ein besonderes Highlight des Pumpwerks ist die LED-Lichtinstallation: Ab Einbruch der Dämmerung aktiviert ein Sensor die Beleuchtung, die je nach Wasserstand unterschiedliche Farben zeigt. Sie reicht von Blau bei Niedrigwasser bis Rot bei kritischem Hochwasserstand. So wird der Wasserstand des Rheins für Passant*innen auf einen Blick sichtbar – ein gestalterisches Element mit echtem Informationswert (die Farbcodierung ist vor Ort am Bauwerk auch erläutert):
- ≤ 2,40 m KP: Gelb
- 2,40–3,00 m KP: Blau
- 3,00–3,50 m KP: Mint
- 3,50–4,00 m KP: Grün
- 4,00–5,00 m KP: Gelb-Orange
- 5,00–6,20 m KP: Orange
- ≥ 6,20 m KP: Rot
Bei besonderen Anlässen wie Silvester oder den „Kölner Lichtern“ werden spezielle Lichtszenarien programmiert.
Das Gebäude ist aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich zugänglich, kann jedoch jederzeit von außen besichtigt werden. Besonders bei Dunkelheit ist das beleuchtete Pumpwerk ein beliebtes Fotomotiv: Die LED-Lichtinstallation lässt die Fassade je nach Stand des Rheinpegels in unterschiedlichen Farben leuchten.
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