Kölner Pegel

Mehr Bio­diversität für Köln

Artenschutz Klimaschutz Parkweiher

Von der Gewässerpflege bis zur Dachbegrünung: Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln setzen sich aktiv für die Natur ein. Denn mehr Artenvielfalt macht die Stadt nicht nur lebendiger, sondern auch widerstandsfähiger – zum Beispiel gegenüber Klimaveränderungen. 

Gut für Natur & Mensch

Betonwüsten, Hochhausschluchten, endlose Autoschlangen – manchmal wirkt die Stadt wie ein naturferner Ort. Und doch beherbergt sie eine beachtliche Vielfalt an Flora und Fauna: Grün sprießt aus Asphalt- und Mauerritzen, Vögel brüten in Nistkästen auf unseren Balkonen, Bienen fliegen über die Blühwiesen im Stadtpark und Bäume säumen unsere Straßen. Das Leben setzt sich selbst unter widrigen Bedingungen immer wieder durch. 

Trotzdem ist die Biodiversität weltweit in Gefahr. Der Begriff leitet sich von den Worten „bios“ (Leben) aus dem Griechischen und „diversitas“ (Verschiedenheit) aus dem Lateinischen ab und beschreibt die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten. Durch den Eingriff des Menschen nimmt sie immer weiter ab: Überall auf der Welt sterben in großem Maßstab Tiere und Pflanzen aus, ganze Ökosysteme gehen verloren. Damit verschwinden auch fruchtbarer Boden (und mit ihm Nahrung), biogene Rohstoffe, sauberes Wasser und saubere Luft, auf die auch wir Menschen angewiesen sind. Biodiversität ist also für uns alle überlebenswichtig. In der Stadt erfüllt sie dabei ganz besondere Funktionen. Pflanzen kühlen aufgeheizte Ballungsräume und Stadtgrün filtert Schadstoffe wie Verkehrsabgase aus der Luft. Nicht zuletzt wirkt sich mehr Natur in der Stadt positiv auf unser physisches und psychisches Wohlbefinden aus.

Vielfalt systematisch fördern

Die Kölner Parkweiher sind beliebte Erholungsziele in der Stadt – und Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen.

Aus gutem Grund hat sich die Stadt Köln bereits vor vielen Jahren dazu verpflichtet, den Schutz der Artenvielfalt in der Rheinmetropole aktiv voranzutreiben. Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln unterstützen die Stadt tatkräftig bei der Umsetzung dieses Ziels. Schließlich liegen circa 794.000 Quadratmeter Fläche Kölns in ihrer Hand. Ob Kläranlagen, Pumpwerke oder Energieanlagen: Die Liegenschaften der StEB Köln bieten viel Raum für eine ökologische Aufwertung. Hinzu kommen die Gewässer der Stadt, deren Pflege und Weiterentwicklung zu den Kernaufgaben des Wasserwirtschaftsunternehmens zählen.

Angesichts von Artensterben, Klimawandel und Co. ist das Thema Biodiversität zuletzt immer relevanter geworden. Deshalb haben die Stadtentwässerungsbetriebe Köln erstmals das ökologische Potenzial all ihrer Flächen ausgelotet und Maßnahmen identifiziert, die diese für Tiere, Pflanzen – und damit auch für den Menschen – lebenswerter machen. Ihre Mission: Biodiversität künftig noch systematischer zu fördern.

Die Ressource Wasser im Blick

Die "Wetlands" an der Ostmerheimer Straße - ein Beispiel zur nachhaltigen Nutzung von Regenwasser.

Was genau tun die StEB Köln? Die Parkweiher und Bäche im Stadtgebiet sind wichtige Naherholungsorte für die Menschen in Köln. Sie bieten aber auch Lebensräume für einheimische Pflanzen- und Tierarten wie Fische, Vögel, Insekten und Amphibien. Dieses Leben zu erhalten und zu fördern ist ein wichtiger Bestandteil der Biodiversitätsstrategie. Dafür überwachen die Mitarbeitenden unter anderem die Wasserqualität, bauen Fischtreppen, legen naturnahe Uferstrukturen an und schützen die Gewässer vor schädlichen Einträgen wie Düngemitteln oder Abfällen. Ohne die Mithilfe der Bevölkerung geht es dabei nicht. Deshalb sensibilisiert das Unternehmen gezielt für den Wert dieser urbanen Naturräume und regt entsprechendes Verhalten an – zum Beispiel Müll wegzuräumen oder Wildtiere nicht zu füttern. Nur gemeinsam können alle Kölnerinnen und Kölner dafür sorgen, dass Weiher und Bäche auch in Zukunft lebenswerte Orte bleiben.

Ein weiteres Beispiel für das Engagement der Stadtentwässerungsbetriebe ist die Initiative „RegenKompass“. Regenwasser ist eine wertvolle Ressource, die in Städten allzu oft ungenutzt in der Kanalisation verschwindet – oder im schlimmsten Fall als Starkregen Überflutungen verursacht. Das Problem: Dichte Bebauung und versiegelte Bodenflächen verhindern, dass Regen versickert. Wie lässt sich die Stadt also umgestalten, damit dies wieder möglich wird? Und wo könnte Regenwasser gespeichert werden, um es in Dürreperioden, die durch den Klimawandel immer häufiger werden, zu nutzen? Genau diese Fragen beantwortet der RegenKompass der StEB Köln. So zeigt ein Tool Maßnahmen auf, die Köln zur Schwammstadt machen: zum Beispiel Zisternen, begrünte Versickerungsflächen, bepflanzte Dächer und Fassaden. Ein wertvoller Nebeneffekt: Diese Veränderungen beeinflussen auch das Klima und die Biodiversität in der Stadt positiv. Denn Bäume und andere Pflanzen locken Tiere an und wirken wie natürliche Klimaanlagen. Sie senken die Temperatur in ihrer Umgebung, binden Feinstaub und CO2. Ein Beispiel für das Prinzip Schwammstadt erleben Passanten an der Ostmerheimer Straße. Beim Neubau ihres Verwaltungsgebäudes haben die Stadtentwässerungsbetriebe die Flächen nach diesem Leitbild gestaltet – Nachmachen erwünscht! 

Dachbegrünung für Pumpwerke

Das Pumpwerk in der Adlerstraße mit Dachbegrünung.

Nach und nach wird es auch an den Kölner Pumpwerken grüner. An drei Standorten erproben die StEB Köln bereits, welche Wirkung begrünte Dächer und Fassaden haben. Am Niehler Kirchweg, in der Adlerstraße und der Lohmühlenstraße gedeihen nun heimische Pflanzen, die gut mit den eher trockenen Bedingungen auf dem Dach zurechtkommen. Zudem klettern wilder Wein und andere rankende Pflanzen die Fassaden hoch und blühende Wiesen säumen den Boden rund um die Gebäude.

Je nach Lastkapazität der Dächer und anderen Faktoren setzt der kommunale Betrieb unterschiedliche Begrünungsvarianten um – perspektivisch auch an weiteren Pumpwerken. So entstehen blühende Oasen, die Bienen und anderen Insekten Nahrung bieten. Integrierte Sandzonen und Totholzhaufen schaffen außerdem Unterschlupfe und Brutplätze für Wildbienen, Eidechsen und andere Tiere. Und die Stadtentwässerungsbetriebe Köln nehmen nicht nur ihre Pumpwerke in den Blick: Auch an Altklärwerken, Deichen und weiteren Betriebsflächen besteht ungenutztes Potenzial für eine naturnahe Begrünung.

Urban Gardening – gemeinschaftlich gärtnern

Urban Gardening, also das Gärtnern in der Stadt, liegt im Trend. Diese Entwicklung möchten die Stadtentwässerungsbetriebe ab 2026 nutzen, um gemeinsam mit den Kölnerinnen und Kölnern etwas für die Natur zu tun. Die Idee: auf ausgewählten Flächen gemeinschaftlich Gemüse, Kräuter oder Blumen anbauen und Kompostlösungen nutzen. Durch die gärtnerische Nutzung sonst brachliegender Bereiche entstehen neue, kleine Lebensräume, die die Artenvielfalt fördern. Doch das ist noch nicht alles. Urban Gardening hat auch eine soziale Komponente. So soll diese Initiative Orte der Begegnung schaffen und Anlässe bieten, um über die Umwelt und ihren Schutz ins Gespräch zu kommen.

Mit all diesen und vielen weiteren Aktivitäten engagieren sich die StEB Köln gezielt für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Gemeinsam mit der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern wollen sie einen spürbaren Unterschied machen. Für mehr Biodiversität. Für ein lebenswertes Köln.

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