Kölner Pegel

Bäche in und um Köln

Überflutungsvorsorge Bäche Artenschutz

Kölns Bäche sind mehr als nur kleine Wasserläufe – sie sind lebendige Ökosysteme und Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Mit einer Gesamtlänge von circa 102 Kilometer durchziehen sie das Stadtgebiet – etwa 80%, davon prägen als offene Fließgewässer das Landschaftsbild, 20% davon sind verrohrte Bachläufe. Bäche spielen eine zentrale Rolle für die Umwelt, den Hochwasserschutz und unser Stadtklima.

Übersicht

Diese Bäche durchziehen das Kölner Stadtgebiet

In Köln gibt es zahlreiche Bäche: Während die linksrheinischen Bäche komplett der Kölner Bucht zuzuordnen sind und ihre Wasserführung durch menschlichen Einfluss – insbesondere durch Grundwasserabsenkung – stark minimiert ist, entspringen die rechtsrheinischen Bäche alle aus den Bergischen Hochflächen. Sie verfügen vielfach noch über ein natürliches Wasserangebot. Zu den bekanntesten Kölner Bächen gehören:

Linksrheinisch:

  • Der Duffesbach: In römischer Zeit eine bedeutende Wasserquelle, fließt er heute größtenteils unterirdisch durch das Stadtgebiet. Sein Verlauf in Köln ist aber noch durch die Straßennamen nachzuverfolgen: Blaubach, Rothgerberbach, Mühlenbach, Weidenbach, Am Duffesbach.
  • Der Frechener Bach: Weil sein ursprüngliches Quellwasser durch die Grundwasserabsenkung des ehemaligen Braunkohle-Tagebaus nicht mehr verfügbar ist, wird er heute aus der Kläranlage Frechen gespeist und fließt überwiegend durch Rohrleitungen.  

Rechtsrheinisch:

  • Der Butzbach: Im Kölner Stadtgebiet fließt er zunächst durch naturnahe Eichen-Birkenbestände, bevor er verrohrt unterhalb des Flughafengeländes geleitet wird und zwei Rückhaltebecken speist.
  • Der Flehbach/Faulbach: Der Flehbach ist besonders artenreich und beheimatet u.a. Bachforellen und Edelkrebse (Astacus astacus). Durch die Renaturierung erhält er aktuell wieder mehr natürliche Strukturen.
  • Der Frankenforstbach: Dieser Bach nimmt mehrere Namenswechsel vor und heißt in seinem Verlauf auch Eggerbach und Bruchbach. 1848, bei der Entwässerung des Merheimer Bruchs, wurde er mit dem Flehbach verbunden (zuvor ist er im Bruch versickert).    
  • Der Giesbach: Ein naturnaher Bach, der durch die Naturschutzgebiete Königsforst und Wahner Heide fließt. Sein Lebensraum für Kleinstlebewesen und Fische ist durch die großen Waldflächen seit dem 19. Jahrhundert weitestgehend unverändert.
  • Der Kemperbach: Ein kleiner Bach, der sich am Ortsrand von Dellbrück mit dem Umbach vereinigt und in die Strunde mündet.  
  • Der Kurtenwaldbach: Er fließt durch die Wahner Heide und mündet südlich vom Gut Leidenhausen in einem Waldteich.  
  • Der Selbach: Ein kleiner Bach, dessen Quellbereich im Königsforst liegt und der in den Forsbach mündet.
  • Die Strunde: Auch als „fleißigster Bach Deutschlands“ bekannt, trieb die Strunde früher zahlreiche Wassermühlen an.

Warum sind Bäche so wichtig für Köln und für den Hochwasser­schutz?

Naturnahe Bäche sind ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzes. Mit ihren natürlichen Auen bieten sie Retentionsflächen, die Starkregen aufnehmen und das Kanalsystem entlasten. Weil früher Bachläufe streckenweise begradigt und verrohrt wurden, haben einige Bäche diese Funktion verloren. Deshalb arbeiten wir daran, Bachläufe aufzuwerten und wieder in ihr natürliches Flussbett zurückzuführen – wie aktuell am Flehbach, einem Vorzeigeprojekt der ökologischen Gewässerentwicklung.

Die Aufgaben der StEB Köln

Seit 2017 sind die StEB Köln für die Pflege und Weiterentwicklung der Bäche im Kölner Stadtgebiet verantwortlich. Wir sichern den geordneten Wasserabfluss und "reparieren" die Böschungen sofern das Gewässer auszulaufen droht oder die Standsicherheit der Böschung gefährdet ist. Wir entfernen nicht heimische Pflanzen sowie Sohl- und Uferverbau, wenn die natürliche Entwicklung des Gewässers behindert wird, aber keine Schäden an Bauwerken oder fremden Grundstücken zu erwarten sind. 

Wir entwickeln die Bäche und das Umland, um wieder funktionierende Ökosysteme herzustellen und achten dabei besonders auf den Schutz des natürlichen Lebensraums von wild lebenden Tieren und Pflanzen.  

Unsere Wasserbauer*innen sind täglich mit dem Bachkontrollwagen unterwegs und sorgen dafür, dass das Wasser frei von Hindernissen fließen kann.  

Wir bilden aus!


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Gemeinsam für Kölner Bäche – Was kann jede*r einzelne tun?

Unsere Bäche sind wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen – und sie brauchen unseren Schutz. Als Ökosysteme auf engstem Raum reagieren Bäche besonders empfindlich auf Störungen von außen. So tragen Sie dazu bei, das Gleichgewicht der Fließgewässer zu erhalten:

Gewässerrandstreifen schützen – Gartenabfälle gehören nicht ins Wasser. Sie erhöhen auf Dauer das Ufergelände und verhindern die Bildung von Auen. Einbauten aller Art – wie Uferbefestigungen, Zäune, Brücken oder Gartenhäuschen – schaden den Gewässerrandstreifen.  

Müll vermeiden & richtig entsorgen – Achtlos weggeworfener Müll kann in den Bach gelangen und dort zu Aufstauungen und im schlimmsten Fall zu Überschwemmungen führen. Es können sich zudem Verunreinigungen und Vergiftungen von Flora und Fauna ergeben und Glasscherben können möglicherweise Brände verursachen.

Kein Bachwasser entnehmen – Wasserentnahmen, die im Sommer in der Niedrigwasserzeit stattfinden, können dazu führen, dass das Gewässer unterhalb trockenfällt und die dort lebenden Tiere und Pflanzen (ab)sterben.  

Regenwassereinleitungen genehmigen lassen – Punktuell zu viel eingeleitetes Regenwasser kann die Wasserqualität und das Gewässerbett beeinträchtigen und ist daher genehmigungspflichtig.  

Wilder Müll an Kölner Bächen – so helfen Sie!

Abfall in und an unseren Bächen gefährdet nicht nur die Umwelt, sondern auch Flora und Fauna. Wenn Sie wilden Müll entdecken, können Sie ihn ganz einfach über das offizielle Meldeportal der Stadt Köln melden.

Zum Meldeportal "Sag's uns"

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