Hochwasserschutzkonzept für die Stadt Köln
Köln ist durch ein umfassendes Hochwasserschutzkonzept optimal auf Rheinhochwasser vorbereitet. Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln setzen ihre technische Expertise ein, um den Hochwasserschutz kontinuierlich zu verbessern. Nach den verheerenden Hochwassern von 1993 und 1995 wurde ein kommunaler Aktionsplan entwickelt, der präventive Maßnahmen mit dem Ausbau technischer Schutzanlagen kombiniert.
Vorbereitung auf Rheinhochwasser
Ein Rheinhochwasser kann jederzeit auftreten. Um im Ernstfall effektiv reagieren zu können, führen die StEB Köln mindestens einmal im Jahr gemeinsam mit städtischen Ämtern, stadtnahen Betrieben und weiteren Organisationen Hochwasserschutzübungen im Stadtgebiet durch. Die Koordination dieser Übungen liegt in den Händen der StEB Köln. Während dieser jährlichen Hochwasserschutzübungen werden Maßnahmen und Abläufe anhand konkreter Überflutungsszenarien geprobt und dabei überprüft. Ziel ist es, die Einsatzbereitschaft der Teams sicherzustellen und die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen und Helfer*innen zu verbessern.
Das Hochwasserschutzkonzept Köln (HSK) wurde nach den beiden Hochwassern 1993 und 1995 entwickelt. Hier finden Sie das Hochwasserschutzkonzept der Stadt Köln.
Hochwasserschutzübung am 1.2.2026 in der Altstadt
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Hochwasserschutzkonzeptes der Stadt Köln, fand die Übung im Rahmen des Hochwassertags in der Kölner Altstadt statt.
Wann werden erste Hochwasserschutzmaßnahmen durchgeführt?
Ab einem Rheinwasserstand von 4,50 m Kölner Pegel treffen die StEB Köln die ersten Maßnahmen zum Hochwasserschutz am Rhein, um das Eindringen des Rheinwassers in das städtische Kanalnetz zu verhindern.
Hochwasserzentrale – Koordination der Hochwassereinsätze
Die Hochwasserzentrale verfolgt die Maßnahmen aller beteiligten Dienststellen und Organisationen im Hochwassereinsatz. Dabei werden die Mitarbeiter*innen der Hochwasserzentrale durch weiteres Personal der StEB Köln, des Amtes für Verkehrsmanagement, der Berufsfeuerwehr, der Polizei, der RheinEnergie, des THW und der DLRG unterstützt. Beschäftigte anderer städtischer und nicht-städtischer Dienststellen werden bei Bedarf hinzugezogen. Die Leitung des gesamten Hochwassereinsatzes auf dem Kölner Stadtgebiet erfolgt durch die Vorständin der StEB Köln. Erst nach Ausrufen des Katastrophenfalls (Kölner Pegel > 10,70 m) übernimmt der Oberbürgermeister die weitere Leitung.
Zusätzlich informiert die Hochwasserzentrale per Internet und Hochwassertelefon (0221 221-26161) über die Entwicklung des Rheinwasserstandes.
Hochwasserschutzübung am 26. und 27.9.2025 an der Bastei und in Niehl
Einsatz von Dokumentations-Tools
Zur Dokumentation des Hochwassereinsatzes nutzen die Hochwasserzentrale und die Hochwasserbeteiligten das webbasierte System MELTHO (MELdungsToolHOchwasser). Der gesamte Hochwassereinsatz, zum Beispiel Meldungen und Lageberichte, wird dort einheitlich dokumentiert.
Was wird mit dem kommunalen Aktionsplan erreicht?
Grundsätzliche Ziele für den kommunalen Aktionsplan sind:
- eine Verringerung des Schadenspotentials in überschwemmungsgefährdeten Gebieten
- ein verbesserter Hochwasserschutz für die Bevölkerung, für Sachgüter und für sensible Einrichtungen (Chemiebetriebe, Krankenhäuser, Altenheime, Zoos)
- ein verbessertes Hochwasser- und Katastrophenmanagement
- eine ausreichende Information der Bevölkerung über mögliche Gefahren und eine Sensibilisierung für das Thema Hochwasser
- gleicher Schutz für alle Anlieger des Rheins
- eine optimale Einbindung des Aktionsplanes in den überregionalen, internationalen und interkommunalen Hochwasserschutz
Wie groß ist der geschützte Bereich?
Im Rahmen des Hochwasserschutzkonzepts wurden für Köln umfangreiche bauliche Hochwasserschutzmaßnahmen durchgeführt. Heute umfasst der Hochwasserschutz circa 70 km Rheinuferlänge. Als wichtiger Bestandteil dieser Hochwasserschutzlinie gelten fast 11 km mobile Wände.
Im Hochwassereinsatz werden beim Aufbau der mobilen Wände in einigen Bereichen sogenannte Hochwasserschutzzonen eingerichtet. Diese sind in Sperr- und Gefahrenzonen unterteilt, welche der Erhaltung von Sicherheit und Ordnung im Bereich der mobilen Wände dienen. Die einzelnen Hochwasserschutzzonenverordnungen können Sie für die entsprechenden Stadtteile hier herunterladen:
Welche weiteren Hochwasserschutzmaßnahmen werden getroffen?
Einen absoluten technischen Hochwasserschutz gibt es nicht. Die Schäden durch Hochwasser lassen sich aber durch Vorsorge mit folgenden Einzelstrategien möglichst geringhalten:
- Flächenvorsorge: hat zum Ziel, möglichst kein Bauland in hochwassergefährdeten Gebieten auszuweisen.
- Bauvorsorge: soll durch hochwasserangepasste Bauweisen und Nutzungen Gebäudeschäden durch mögliche Hochwasserüberflutungen minimieren.
- Verhaltensvorsorge: hat zum Ziel, auf Grund konkreten Handels und rechtzeitigen Warnungen Schäden im Vorfeld zu mindern.
- Risikovorsorge: ist die finanzielle Vorsorge (Versicherung, Rücklagen) für den Fall, dass trotz aller vorgenannten Strategien ein Hochwasserschaden eintritt.
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